Erklärung zu den Ereignissen nach der Loveparade

Erklärung der Arbeitsgemeinschaft der Verbände der Freien Wohlfahrtspflege in Duisburg zu den Ereignissen nach der Loveparade

Mit dem Ende der Sommerferien kehrt in allen Bereichen des städtischen Lebens wieder der Alltag ein. Aber es ist der Alltag einer Stadt, die nicht mehr dieselbe ist wie vor der Sommerpause. Die Ereignisse während und nach der Loveparade beschäftigen alle Bereiche der kommunalen Öffentlichkeit.

Die Arbeitsgemeinschaft der Verbände der Freien Wohlfahrtspflege, in der die AWO-Duisburg, der Caritasverband, das Deutsche Rote Kreuz, die Diakonie, die Jüdische Gemeinde und der Paritätische zusammengeschlossen sind, steht in vielfältigen Arbeitszusammenhängen zu den Repräsentanten der Stadtverwaltung und den politischen Verantwortungsträgern in den Parteien und Gremien.

Die Wohlfahrtsverbände erklären, nach wie vor mit allen Amts- und Mandatsträgern in Duisburg wie bisher die konstruktive Zusammenarbeit zu suchen und zu pflegen, auch wenn diese Zusammenarbeit durch die tragischen Ereignisse des 24. Juli belastet ist.

Die Wohlfahrtsverbände stellen mit Bedauern fest, dass die Katastrophe der Loveparade, anders als in der allgemeinen öffentlichen Diskussion, offenbar von vielen Repräsentanten der Stadtverwaltung und politischen Verantwortungsträgern in den Parteien und Gremien ausschließlich unter dem Gesichtspunkt der von den Ermittlungsbehörden zu klärenden fachlichen Verantwortung und der juristisch zu bewertenden Schuld thematisiert wird.

Die Wohlfahrtsverbände halten das für eine unangemessene Verengung des Blickwinkels. Die Wohlfahrtspflege in unserem Land steht vor allem für die Bewahrung und Verteidigung ethischer Werte und solidarischen Zusammenwirkens. Nach Überzeugung der Wohlfahrtsverbände gibt es deshalb jenseits und unabhängig von einer rechtlichen Betrachtungsweise für jeden in der Öffentlichkeit Handelnden immer auch die Frage der politischen und moralischen Verantwortlichkeit. Die Duisburger Wohlfahrtsverbände vermissen eine Antwort auf diese Frage.

Duisburg, den 02.09.2010

gez. Andreas Fateh
Sprecher der Arbeitsgemeinschaft

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