Schulische Integration von Flüchtlingskindern in Duisburg

Der Arbeitskreis Flüchtlinge, in dem alle in der Flüchtlingsarbeit beteiligten städt. Ämter und Verbände der Wohlfahrtspflege zusammenarbeiten, zeigt sich besorgt über die Situation der Beschulung neu einreisender Flüchtlingskinder und Jugendlicher.

Die Zahl der Flüchtlinge, die nach einem festen Schlüssel auch nach Duisburg zugewiesen werden stieg in letzter Zeit an, ohne jedoch bei weitem die Zahlen des Zuzugs in den 90ger Jahren zu erreichen. Unter ihnen sind viele Kinder und Jugendliche, die von ihrer Anmeldung an ein Recht auf einen Schulplatz haben und der allgemeinen Schulpflicht unterliegen.

Insbesondere Flüchtlingskinder sind in der Regel sehr großen Belastungen ausgesetzt. Sie haben oft schreckliche Erlebnisse hinter sich, die sie kaum verarbeiten konnten. Sie haben ihr gewohntes Umfeld, ihre Sicherheit und viele der Menschen, denen sie vertrauen konnten verloren. Das Leben in den Heimen ist eine zusätzliche Belastung durch Enge, Unruhe und Fremdheit.

Sie erleben ihre Eltern, die ihnen Geborgenheit und Sicherheit geben sollten als überfordert und unsicher in ihrer neuen Lebenssituation, da diese selbst von der Flucht und der Organi-sation des Alltags erschöpft und häufig selbst traumatisiert sind.

Umso wichtiger für die Kinder und Jugendlichen ist es, schnell wieder in einen regelmäßigen, strukturierten und sicheren Alltag hineinzumünden und lernen zu können. Viele der Kinder und deren Eltern sind zudem hoch motiviert, zur Schule gehen zu können.

Leider spiegelt sich dies jedoch aus unterschiedlichen Gründen nicht in der Praxis in Duisburg wieder, das heißt, es dauert oft Monate oder länger, bis Kinder und Jugendliche einen adäquaten Schulplatz gefunden haben.

Eine Ursache liegt darin, dass das System der Beschulung aus dem KIZ als Lenkungsstelle, dem Gesundheitsamt als Stelle zur Feststellung der gesundheitlichen Voraussetzungen der einzelnen Schüler und Schule als Bereitsteller der Eingangsklassen völlig überlastet ist. Dies ist Folge der Zuwanderung aus der EU nach Duisburg, die alle Beteiligten vor schier unlösbare Probleme stellt.

Es gibt:

  • Personalengpässe beim Gesundheitsamt und der Stelle des KIZ
  • Nicht ausreichende Schulplätze für Seiteneinsteiger insbesondere in den Stadtteilen Hochfeld, Homberg, Hamborn,  Hüttenheim
  • Nicht ausreichende Plätze für ältere Schüler zur Alphabethisie-rung/Umalphabethisierung

Besonders schwierig ist die Situation für ältere Schülerinnen und Schüler.

So befinden sich in den unterschiedlichen Übergangsheimen für Flüchtlinge sehr viele Kinder und Jugendliche auf Wartelisten, die sich endlos fortsetzen.

Eine Lösung dieses Problems könnte sein, die Flüchtlingskinder, deren Anzahl durchaus überschaubar ist und die das System nicht überfordern, nicht als Teil des Gesamtzugangs, sondern parallel als eine separate, zu versorgende Gruppe zu behandeln. Das hieße, dass sie an der allgemeinen Warteliste vorbei Termine beim KIZ, beim Gesundheitsamt und Zugang zu den Eingangsklassen erhalten. Denn mit der Aufnahme von Flüchtlingen sind die Kommunen auch verpflichtet, Schulplätze für sie bereitzustellen.

Dies stellt keine Bevorzugung gegenüber anderen Zuwanderergruppen dar, sondern ist lediglich die Erfüllung der gesetzlichen Verpflichtungen, die für die Kommune mit der Aufnahme zwingend vorhanden sind.

Gleiches sollte auch für die syrischen Flüchtlinge gelten, die innerhalb eines Kontingents in Deutschland aufgenommen werden.

Duisburg, 18.10.2013

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